Essen auf Rädern: Worauf Sie bei der Wahl eines Menüdienstes achten sollten
Warm geliefert oder tiefgekühlt, täglich oder wöchentlich: Was Menüdienste leisten, welche Fragen Sie vorher stellen sollten und welche Alternativen es gibt.

Für viele ältere Menschen ist ein Menüdienst eine echte Entlastung: kein Einkauf, kein Kochen, kein Abwasch. Damit das Angebot wirklich passt, lohnt es sich, vor der Bestellung genauer hinzusehen.
Zwei Arten von Menüdiensten
Warmes Essen jeden Tag: Ein Fahrer bringt die Mahlzeit mittags heiß ins Haus. Der Vorteil: Jemand kommt täglich vorbei. Der Nachteil: Sie essen, wann geliefert wird.
Tiefkühlmenüs für die Woche: Einmal pro Woche oder seltener kommt eine Lieferung, die Sie im Gefrierfach lagern und bei Bedarf erwärmen. Dafür brauchen Sie ausreichend Platz im Gefrierschrank und ein Gerät zum Aufwärmen.
Diese Fragen sollten Sie vorher klären
- Lieferzeit: In welchem Zeitfenster kommt das Essen – und wie zuverlässig?
- Wochenende und Feiertage: Wird auch dann geliefert?
- Auswahl: Wie viele Gerichte stehen täglich zur Wahl? Gibt es Schonkost oder Diabetikerkost, wenn Sie sie brauchen?
- Preis: Was kostet ein Menü – und kommen Liefergebühren oder Zuschläge hinzu?
- Bindung: Wie kurzfristig können Sie abbestellen, etwa bei einem Krankenhausaufenthalt oder Urlaub?
- Probeessen: Viele Anbieter liefern zuerst ein Probemenü. Nutzen Sie das.
Was Tests gezeigt haben
Die Stiftung Warentest hat Menüdienste geprüft und bemängelte im Schnitt zu viele Kalorien, zu viel Fett und Salz; beim Geschmack schnitt kein Anbieter „gut“ ab.1 Das heißt nicht, dass jeder Dienst schlecht ist – aber ein Probeessen und ein Blick auf den Speiseplan lohnen sich.
Welche Alternativen es gibt
- Mittagstisch in Seniorentreffs, Gemeindehäusern oder Kantinen – mit dem Vorteil, nicht allein zu essen.
- Nachbarschaftshilfe beim Einkaufen, damit das Kochen leichter fällt.
- Vorratsgerichte im Glas oder in der Dose, die ohne Kühlung lagern und schnell warm sind.
Ob ein Zuschuss möglich ist, hängt von Ihrer Lage ab. Fragen Sie bei Ihrer Pflegekasse, beim Sozialamt oder bei einer Seniorenberatung vor Ort nach.
1 Stiftung Warentest, „Essen auf Rädern: Kalorienreich und wenig schmackhaft“, test 10/2011, test.de.